Künstliche Intelligenz gesammelt

Eine Sammlung von Sammlungen, die mir hilft, den Überblick über interessante Ressourcen zu Künstlicher Intelligenz (KI) nicht zu verlieren. Oder zumindest der Versuch.

Wer hat noch das Gefühl, dass es aktuell so viele Meldungen zu KI und ihren Entwicklungen gibt, dass man keine Chance hat, am Laufenden zu bleiben? Ich fühle mich manchmal wie ein Hamster im Rad, der versucht, zum Ende des Rades zu kommen. Das Bild hinkt. Ich weiß. Aber so fühlt es sich an. Schon vor Ewigkeiten habe ich versucht, in unterschiedlichen Sammlungen auf Wakelet alles abzulegen, das ich für spannend gehalten habe, um es zu lesen, wenn ich Zeit dafür habe.

Quelle: Pixabay

Nun ja, man kann es vielleicht erahnen. Dieser Moment ist nicht gekommen. Vielleicht kommt er ja doch irgendwann. Nur leider hat Wakelet sein Bezahlsystem umgestellt und meine Sammlungen sind eingefroren. Aber Überblick habe ich in diesen Sammlungen ohnehin schon längst keinen mehr, denn ich war so faul, einfach nur die Links abzulegen, ohne sie zu kommentieren. Vielleicht kennt das jemand… Vielleicht ist das aber nur mein Spezifikum.

Nun habe ich drei Padlets angelegt und das, was ich wirklich spannend finde, dort kommentiert abgelegt. Vielleicht helfen diese Sammlungen auch anderen. Hier folgt nun also eine Sammlung von Sammlungen: Prompt Libraries, AI-Tools, Prompt Engineering. Und weil sich so viel tut auch ein Kommentar zum Prompting an sich. Ist es überhaupt noch notwendig, gut prompten zu können? Wenn ja, was bedeutet das?

Prompt Libaries

In diesem Padlet habe ich versucht, einen Überblick über verschiedene Prompt Libraries zu geben. Sie sind primär auf den Bildungsbereich fokussiert, wenngleich auch einige allgemeine Prompt Libraries vorhanden sind. Zum leichteren Suchen sind die einzelnen Links thematisch geordnet und die verschiedenen Themen sind farblich unterschieden.

  • Zunächst sind in roter Farbe allgemeine Sammlungen für Schüler:innen und Lehrer:innen zu finden.
  • In gelber Farbe sind Sammlungen, die dabei helfen, Bilder zu generieren. Es handelt sich also um Image Prompts.
  • In grüner Farbe finden sich allgemeine Promptsammlungen, die vor allem für Fortgeschrittene gedacht sind (u.a. zum Erstellen von KI-Agenten).
  • In blauer Farbe finden sich wissenschaftliche Prompt-Ideen.

Wieso sollte man Prompt Libraries nutzen?

  • Effiziente Wiederverwendung von bewährten Prompts (z. B. für Unterrichts- oder Bewertungsdesign), statt jedes Mal „das Rad neu zu erfinden“.
  • Reflexion über prompt-basierten KI-Einsatz: Man kann untersuchen, wie unterschiedliche Prompts die Antworten der KI verändern — dafür gibt es zahlreiche Ideen, von allgemeinen bis zu spezifischen Prompts. Im Spezifischen zeigen sich eventuell besondere Antworten.
  • Systematische Dokumentation und Nachvollziehbarkeit — wichtig für Schule, Ausbildung und wissenschaftliche Publikationen.

KI-Tools

Tools gibt es wie Sand am Meer. Den Überblick zu bewahren, ist gar nicht so einfach. In einem Padlet habe ich für mich Tools gesammelt, die ich ausprobiert habe oder die von Kolleg:innen, denen ich vertraue, eingesetzt und für gut befunden wurden. Diese Liste verändert sich ständig: Tools kommen hinzu, andere verschwinden auch wieder. Oder eigentlich: Sie werden in eine eigene Spalte verschoben. Wenn also ein Tool verschwindet, dann kann man dieses in der separaten Spalte suchen.

Die Auswahl der Tools ist sehr subjektiv – natürlich gibt es viel mehr Tools. Hierzu gibt es ja auch zahlreiche Sammlungen oder auch Übersichten, wie die Seite von There’s an AI for that. Jedoch habe ich versucht, verschiedene Cluster zu bilden, so wie ich die Tools einschätze oder auch einsetze.

Prompt Engineering

Es gibt zahlreiche Leitfäden und Informationen zum Verfassen von Prompts – dem Prompt Engineering. Eine Sammlung verschiedener Webseiten zum Prompt Engineering soll dabei helfen, Ideen für das Prompting zu finden. Dabei geht es nicht um konkrete Prompts, wie sie in Prompt Libraries zu finden sind, sondern um Techniken des Promptings. So kann man für sich selbst Möglichkeiten herausfiltern, mit generativer KI zu „kommunizieren“ und auch „kollaborieren“. Diese Übersicht soll meta-kognitiv unterstützen: Weiß man, wie Prompt Engineering funktioniert, versteht man auch, wieso Prompts in den Libraries nach einer bestimmten Form oder Logik aufgebaut sind.

Nota bene

Im #370 deep dive: ChatGPT & KI-Update mit Malcolm Werchota erklärt der Experte, warum das Prompting nicht mehr so wichtig ist. Deshalb hier vielleicht ein kleiner Kommentar dazu:

Prompting ist weiterhin wichtig, aber anders als früher. Es ist nicht mehr das „technische Handwerk“, das es zu Beginn der generativen KI war. Heute geht es weniger um komplizierte Formeln und mehr um Kommunikationskompetenz. Mit leistungsfähigen Modellen steht nicht mehr das perfekte Prompt-Engineering im Zentrum, sondern Klarheit, Kontextualisierung, Rollenklärung und iterative Zusammenarbeit. Das hat auch Barbara Geyer in ihrer Prompt-Sammlung so vermerkt. Prompting bleibt relevant, weil KI ohne Kontext blind bleibt und weil gutes Prompting Richtung, Grenzen und Kriterien vorgibt, die Ausgaben verlässlicher und passgenauer machen. Es ist ebenso wichtig für kritische Qualitätssicherung, denn Prompting bedeutet auch Rückfragen stellen, Ergebnisse überprüfen und iterativ verbessern – also eine professionelle Schleife, kein einmaliger Befehl.

Was jedoch nicht mehr zentral ist, sind komplizierte Prompt-Rezepte, geheimnisvolle Formeln oder Megaprompts; moderne Modelle benötigen diese nicht mehr. Stattdessen wird Prompt Literacy (eine Definition auf EPALE hilft hier weiter) wichtig: die Fähigkeit, ein Ziel zu definieren, Aufgaben klar zu beschreiben, Kriterien explizit zu machen, mit KI dialogisch zu arbeiten, Ergebnisse kritisch zu reflektieren und ethisch sowie transparent zu handeln. Dabei muss man immer auch im Hinterkopf behalten, dass jeder Prompt Energie kostet, wir uns also auch die Frage stellen sollten, wie oft wir nachprompten oder wie exakt wir den Ausgangsprompt formulieren. Hierzu vielleicht der Beitrag Jede Mail kostet einen Liter Wasser: Sollten wir ChatGPT weniger benutzen? als Gedankenanstoß.

Prompting bleibt also zentral – aber nicht als technische Fertigkeit, sondern als Kommunikations- und Reflexionskompetenz. KI-Systeme werden besser im „Verstehen“, bleiben aber auf klare Ziele und kritische Nutzer:innen angewiesen. Früher musste man prompten wie ein Programmierer; heute wie ein guter Lehrer oder eine gute Didaktikerin. Dass die Prompt Literacy zentral erscheint, zeigt sich auch in Studien, wie What is prompt literacy? An exploratory study of language learners‘ development of new literacy skill using generative AI. Nicht vergessen darf man dabei auch: Prompting ist die eine Seite, die Ausgaben zu verstehen ist die andere. Lesekompetenz (im weitesten Sinne des Wortes, also auch das Dekodieren von Bildern, Bild-Text-Artefakten, Videos) ist wichtig. Sie ist die Basis, um kritisch nachzufragen, nachzuprompten und die Ergebnisse letztlich einordnen zu können.

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