Das ist doch ganz einfach!

tl;dr: Nach Matthäus-, Halo-, Pygmalion- oder Hawthorne-Effekt geht es weiter: Auch beim Planen, Erklären, Lernen und Entscheiden wirken Mechanismen, deren Einfluss uns häufig nicht bewusst ist. Wir unterschätzen den Zeitbedarf von Aufgaben, setzen bei anderen Wissen voraus, das wir selbst längst automatisiert haben, halten unsere eigene Meinung für verbreiteter, als sie tatsächlich ist, und verwechseln leichte Verarbeitung mit tatsächlichem Verstehen. Zehn weitere Effekte zeigen, warum es sich lohnt, beim Lernen und Lehren nicht nur darauf zu schauen, was wir tun, sondern auch darauf, wie unsere Wahrnehmung und unser Denken unsere Entscheidungen beeinflussen.

Noch mehr Effekte?

Im ersten Beitrag ging es um Effekte, die uns beim Lernen und Lehren begleiten: vom Matthäus-Effekt über den Halo- und Pygmalion-Effekt bis hin zum Proteus-, Mathilda- oder Asch-Effekt. Die Liste ließe sich allerdings problemlos fortsetzen. Denn gerade dort, wo Menschen wahrnehmen, urteilen, planen, lernen und miteinander interagieren, wirken zahlreiche kognitive und soziale Mechanismen mit.

Der Fokus verschiebt sich deshalb in dieser Fortsetzung ein wenig. Dieses Mal geht es stärker um Planung, Wissen, Urteilen und Entscheiden. Wie gut können wir einschätzen, wie lange eine Aufgabe dauern wird? Können Expert:innen eigentlich noch nachvollziehen, was Noviz:innen nicht wissen? Warum halten wir unsere eigene Meinung schnell für selbstverständlich? Und warum fühlt sich etwas manchmal nach Lernen an, obwohl wir möglicherweise gerade wenig lernen?

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Auch diese Effekte sind keine einfachen Gebrauchsanweisungen für guten Unterricht. Sie bieten vielmehr Begriffe für Phänomene, die wir aus Schule, Hochschule und Alltag kennen – und können Anlass sein, die eigenen Entscheidungen etwas genauer zu betrachten.

1. Planning Fallacy: Das geht sich locker aus

Die Seminararbeit ist in zwei Tagen geschrieben. Für die Unterrichtsvorbereitung reicht eine Stunde. Das Gruppenprojekt ist bis Freitag bestimmt fertig. Und natürlich kann man am Wochenende den gesamten Prüfungsstoff wiederholen.

Die Planning Fallacy beschreibt unsere Tendenz, den Zeit- und Ressourcenbedarf zukünftiger Aufgaben systematisch zu unterschätzen – selbst dann, wenn wir aus vergangenen Erfahrungen eigentlich wissen müssten, dass vergleichbare Aufgaben länger gedauert haben. Bei der Planung orientieren wir uns häufig stärker am idealtypischen Ablauf der kommenden Aufgabe als an unseren tatsächlichen Erfahrungen mit früheren Aufgaben.

Für das Lernen ist das unmittelbar relevant. Wer unterschätzt, wie viel Zeit Lesen, Wiederholen, Verstehen oder Schreiben benötigt, beginnt möglicherweise zu spät und interpretiert die daraus entstehenden Schwierigkeiten anschließend als persönliches Versagen. Aber auch Lehrende sind davor nicht gefeit: Unterrichtseinheiten werden zu dicht geplant, Arbeitsaufträge enthalten zu viele Schritte oder für komplexe Lernprozesse wird zu wenig Zeit vorgesehen.

Konsequenz: Planung sollte nicht nur prospektiv erfolgen. Frühere Erfahrungen, tatsächlich benötigte Zeiten und bewusst eingeplante Puffer können realistischere Zeitvorstellungen ermöglichen.

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2. Curse of Knowledge: Wenn man nicht mehr nichtwissen kann

Wer etwas verstanden hat, kann sich erstaunlich schwer vorstellen, wie es war, dieses Wissen noch nicht zu besitzen. Genau das beschreibt der Curse of Knowledge. Unser eigenes Wissen beeinflusst unsere Einschätzung dessen, was andere wissen, verstehen oder aus einer Erklärung erschließen können.

Für Lehrende ist das besonders wichtig: Begriffe, Zusammenhänge und Denkoperationen, die nach jahrelanger Beschäftigung selbstverständlich erscheinen, sind für Lernende möglicherweise vollkommen neu. Eine Erklärung kann deshalb aus Sicht der Lehrperson vollständig sein und für Noviz:innen trotzdem entscheidende Zwischenschritte auslassen.

Das Problem besteht also nicht darin, zu viel zu wissen. Problematisch wird vielmehr, dass das eigene Wissen zum Ausgangspunkt dafür wird, das Wissen anderer einzuschätzen.

Konsequenz: Gute Erklärungen brauchen Perspektivwechsel. Lehrende können sich fragen: Welches Wissen setze ich hier voraus? Welche gedanklichen Schritte habe ich automatisiert? Wo müsste ich einen Zusammenhang explizit machen, den ich selbst längst selbstverständlich herstelle?

📚 Quellen

Ein wichtiger Einschub: Expert:innen sind keine Noviz:innen mit mehr Wissen

An dieser Stelle lohnt sich ein kurzer Umweg. Das Expert:innen-Noviz:innen-Problem geht nämlich über den Curse of Knowledge hinaus: Expert:innen verfügen nicht einfach über eine größere Menge desselben Wissens. Ihr Wissen ist anders organisiert. Sie erkennen Muster schneller, bündeln Einzelinformationen zu größeren Einheiten und haben zahlreiche Denk- und Handlungsschritte automatisiert. Genau das macht Expertise aus – und genau das kann beim Lehren zur Herausforderung werden.

Ein Arbeitsschritt, der für eine Expertin oder einen Experten unmittelbar erfolgt, kann für Noviz:innen aus zahlreichen einzelnen Operationen bestehen. Das berühmte „Das ist doch ganz einfach“ sagt deshalb manchmal weniger über die objektive Einfachheit einer Aufgabe aus als über den Grad der Expertise der Person, die sie beurteilt.

Didaktik bedeutet vor diesem Hintergrund auch, Expertise wieder aufzufalten: Welche Schritte stecken in meinem scheinbar unmittelbaren Verstehen? Was sehe ich, weil ich bereits weiß, wonach ich suchen muss? Welche Verbindungen stelle ich automatisch her?

Expertise ist eine Voraussetzung für gutes Lehren – aber sie garantiert noch keine gute Erklärung.

3. False-Consensus-Effekt: Die anderen sehen das bestimmt genauso

Wir neigen dazu, zu überschätzen, wie viele andere Menschen unsere Meinungen, Entscheidungen oder Verhaltensweisen teilen. Das bezeichnet der False-Consensus-Effekt. Im Unterricht kann er ausgesprochen unscheinbar auftreten: „Das kennen die Schüler:innen bestimmt.“ – „Das ist doch allgemein bekannt.“ – „Damit haben eigentlich alle Erfahrung.“ Solche Annahmen können dazu führen, dass bestimmte Lebenswelten, kulturelle Erfahrungen, Medienpraktiken oder Wissensbestände als selbstverständlich vorausgesetzt werden.

Auch Lernende können dem Effekt unterliegen. Wer eine bestimmte Interpretation eines Textes für offensichtlich hält, unterschätzt möglicherweise, wie unterschiedlich derselbe Text gelesen werden kann.

Konsequenz: Vermutungen über das Wissen, die Erfahrungen und die Perspektiven anderer sollten nicht mit Wissen über diese Personen verwechselt werden. Nachfragen, diagnostische Aufgaben und unterschiedliche Perspektiven können vermeintlichen Konsens sichtbar machen.

📚 Quellen

4. Anchoring Effect: Die Macht des ersten Ankers

Die erste Zahl, Information oder Einschätzung, mit der wir konfrontiert werden, kann spätere Urteile beeinflussen. Selbst dann, wenn dieser sogenannte Anker eigentlich wenig aussagekräftig ist.

Im Bildungskontext können solche Anker an vielen Stellen entstehen: eine frühere Note, die Einschätzung einer Kollegin oder eines Kollegen, die erste Wortmeldung eines Schülers bzw. einer Schülerin oder auch eine Selbsteinschätzung zu Beginn eines Lernprozesses. Einmal gesetzte Erwartungen können den Rahmen bilden, innerhalb dessen spätere Informationen interpretiert werden. Besonders interessant wird das bei Beurteilungen. Wer bereits weiß, dass eine Arbeit von einer vermeintlich besonders leistungsstarken Person stammt, liest sie möglicherweise anders als ohne diese Vorinformation.

Konsequenz: Wo immer möglich, sollten Leistungen anhand expliziter Kriterien und möglichst unabhängig von vorangegangenen Urteilen betrachtet werden. Auch die Reihenfolge von Informationen verdient Aufmerksamkeit.

📚 Quellen

  • Tversky, A., & Kahneman, D. (1974). Judgment under uncertainty: Heuristics and biases. Science, 185(4157), 1124–1131.Download
  • Furnham, A. & Boo, H.. C. (2011). A literature review of the anchoring effect. The Journal of Socio-Economics 40(1), 35-42. 10.1016/j.socec.2010.10.008

5. Confirmation Bias: Ich hab’s doch gewusst

Menschen nehmen Informationen nicht vollkommen neutral auf. Der Confirmation Bias beschreibt die Tendenz, Informationen bevorzugt zu suchen, wahrzunehmen oder zu interpretieren, wenn sie bereits vorhandene Annahmen bestätigen.

Für Lehrende kann das bedeuten, dass sich einmal entstandene Bilder von Lernenden stabilisieren. Wer als besonders motiviert gilt, dessen Verhalten wird möglicherweise anders interpretiert als dasselbe Verhalten einer Person, die als unzuverlässig wahrgenommen wird. Für Lernende ist der Effekt nicht weniger bedeutsam – insbesondere bei Recherche, politischer Bildung, Social Media und generativer KI. Wer mit einer bestimmten Überzeugung sucht oder promptet („Warum ist Kaffee gesund?“), kann sehr leicht Material finden oder erzeugen lassen, das genau diese Überzeugung stützt.

Konsequenz: Bewusst nach Gegenargumenten und widersprechenden Evidenzen zu suchen, kann ein wichtiger Bestandteil von Lernen sein. Kritisches Denken bedeutet nicht nur, fremde Aussagen zu hinterfragen, sondern auch die eigenen Annahmen.

📚 Quellen

6. Fundamental Attribution Error: „Der ist eben unmotiviert“

Wenn andere Menschen sich auf eine bestimmte Weise verhalten, erklären wir dieses Verhalten schnell mit deren Persönlichkeit: unmotiviert, unzuverlässig, begabt, fleißig. Situative Bedingungen geraten dabei leicht aus dem Blick. Der Fundamental Attribution Error bezeichnet genau diese Tendenz, dispositionale Ursachen beim Verhalten anderer überzubewerten und situative Einflüsse zu unterschätzen.

Für Schule kann das bedeutsam sein. Eine nicht erledigte Aufgabe kann Ausdruck mangelnder Motivation sein – sie kann aber ebenso mit einem unklaren Arbeitsauftrag, fehlenden Ressourcen, Überforderung oder zahlreichen anderen Bedingungen zusammenhängen.

Konsequenz: Vor personenbezogenen Zuschreibungen lohnt die Frage nach der Situation: Welche anderen Erklärungen könnte es für dieses Verhalten geben?

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7. Sunk-Cost-Effekt: Jetzt haben wir schon so viel investiert

Je mehr Zeit, Arbeit oder Ressourcen wir bereits in etwas investiert haben, desto schwieriger kann es werden, es aufzugeben – selbst wenn ein Abbruch inzwischen vernünftiger wäre. Beim Lernen kann das die Lernstrategie sein, die offensichtlich nicht funktioniert, in die aber bereits Stunden investiert wurden. Bei Lehrenden kann es das aufwendig entwickelte Unterrichtskonzept oder digitale Tool sein, das weiterverwendet wird, weil seine Entwicklung so viel Arbeit gemacht hat.

Vergangene Investitionen lassen sich jedoch nicht zurückholen. Für die Entscheidung, wie es weitergehen soll, wäre eigentlich entscheidend, welche Option ab jetzt den größten Nutzen verspricht.

Konsequenz: Nicht fragen: „Wie viel habe ich bereits investiert?“, sondern: „Wenn ich heute neu entscheiden müsste – würde ich diesen Weg noch einmal wählen?“

📚 Quellen

8. Bystander Effect: Irgendwer wird es schon machen

Wenn viele Menschen anwesend sind, bedeutet das nicht automatisch, dass sich mehr Menschen verantwortlich fühlen. Im Gegenteil: Verantwortung kann sich verteilen. Der Bystander Effect wurde vor allem im Zusammenhang mit Hilfeverhalten untersucht.

Für Bildung lässt sich daraus vorsichtig eine interessante Perspektive auf Gruppenprozesse ableiten. Ein Arbeitsauftrag an „die Gruppe“ hat nicht zwangsläufig zur Folge, dass sich jedes Gruppenmitglied verantwortlich fühlt. Je diffuser Zuständigkeiten sind, desto leichter kann Verantwortung bei den jeweils anderen vermutet werden.

Konsequenz: Gruppenarbeit braucht nicht nur eine gemeinsame Aufgabe, sondern gegebenenfalls auch transparente Verantwortlichkeiten, Rollen und Formen individueller Rechenschaft.

📚 Quellen

9. Generation Effect: Selbst erzeugt bleibt besser hängen

Informationen, die Menschen selbst generieren, werden häufig besser erinnert als Informationen, die sie lediglich lesen oder präsentiert bekommen. Dieses Phänomen wird als Generation Effect bezeichnet. Didaktisch ist das bekannt: Eine Definition selbst zu formulieren, eine Lösung herzuleiten, Beispiele zu entwickeln oder Zusammenhänge in eigenen Worten auszudrücken verlangt eine andere kognitive Aktivität als das bloße Rezipieren fertiger Antworten.

Und genau hier bekommt der Effekt unter Bedingungen generativer KI eine neue Aktualität. Wenn ein System Definitionen formuliert, Zusammenfassungen erstellt, Beispiele generiert oder erste Lösungen produziert, stellt sich die Frage, welche kognitive Arbeit beim Lernenden verbleibt. Ein perfektes Ergebnis ist nicht automatisch ein produktiver Lernprozess.

Konsequenz: Generative KI sollte nicht nur danach beurteilt werden, wie gut ihr Output ist. Entscheidend ist ebenso, welche Denk- und Generierungsleistungen weiterhin von den Lernenden erbracht werden.

📚 Quellen

  • Slamecka, N. J., & Graf, P. (1978). The generation effect: Delineation of a phenomenon. Journal of Experimental Psychology: Human Learning and Memory, 4(6), 592–604. https://doi.org/10.1037/0278-7393.4.6.592 
  • Bertsch, S., Pesta, B.J., Wiscott, R. et al. (2007). The generation effect: A meta-analytic review. Memory & Cognition 35, 201–210. https://doi.org/10.3758/BF03193441

10. Testing Effect: Erinnern ist Lernen

Lesen, nochmals lesen, markieren – viele Lernstrategien fühlen sich produktiv an, weil der Stoff zunehmend vertraut erscheint. Langfristiges Behalten lässt sich jedoch besonders dadurch unterstützen, dass Wissen aktiv aus dem Gedächtnis abgerufen wird.

Der Testing Effect, häufig im Zusammenhang mit Retrieval Practice diskutiert, beschreibt den lernförderlichen Effekt dieses aktiven Abrufens. Ein Test muss dabei nicht zwingend eine benotete Prüfung sein. Sich selbst Fragen zu stellen, Karteikarten zu verwenden oder nach einer Lernphase ohne Unterlagen aufzuschreiben, woran man sich erinnert, kann denselben Grundmechanismus nutzen. Das ist auch deshalb interessant, weil Lernen dadurch zunächst schwieriger wirken kann. Etwas wiederzulesen fühlt sich möglicherweise flüssiger an als der mühsame Versuch, es aus dem Gedächtnis abzurufen. Gerade diese Anstrengung kann jedoch lernwirksam sein.

Konsequenz: Lerngelegenheiten sollten nicht ausschließlich Input anbieten. Regelmäßiges aktives Erinnern kann ein selbstverständlicher Bestandteil von Unterricht und selbstständigem Lernen werden.

📚 Quellen

11. Processing Fluency: Wenn sich Verstehen nach Verstehen anfühlt

Manche Texte lesen sich leicht. Manche Erklärungen wirken unmittelbar plausibel. Manche Aussagen erscheinen vertraut und deshalb irgendwie richtig. Processing Fluency bezeichnet die Leichtigkeit, mit der Informationen verarbeitet werden können – und diese Leichtigkeit kann wiederum unsere Urteile beeinflussen. Für das Lernen entsteht daraus eine wichtige Unterscheidung: Etwas leicht verarbeiten zu können bedeutet nicht automatisch, es tief verstanden zu haben.

Auch hier wird generative KI interessant. Sprachmodelle können sprachlich flüssige, klar strukturierte und ausgesprochen überzeugend klingende Texte erzeugen. Gerade diese sprachliche Glätte kann dazu verleiten, Kohärenz mit Korrektheit und leichte Lesbarkeit mit eigenem Verstehen gleichzusetzen.

Konsequenz: Nach einer besonders eingängigen Erklärung könnte deshalb gerade die nächste Frage wichtig sein: Kann ich den Gedanken selbst erklären, anwenden, hinterfragen oder auf einen neuen Fall übertragen?

📚 Quellen

Vielleicht liegt genau darin der gemeinsame Nenner

Diese zweite Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Es geht aber eigentlich gar nicht darum, möglichst viele benannte Effekte zu sammeln, sondern eher darum, das Muster dahinter wahrzunehmen: Unser Denken ist keine neutrale Messapparatur. Wir planen auf Grundlage unserer Vorstellungen, beurteilen andere aus unserer Perspektive, greifen auf Erfahrungen und Erwartungen zurück und nutzen mentale Abkürzungen, die häufig ausgesprochen hilfreich sind – uns aber eben auch in die Irre führen können.

Für Lernen und Lehren bedeutet das nicht, dass jede Entscheidung verdächtig wäre oder jeder Bias vollständig ausgeschaltet werden könnte. Vielleicht wäre das ohnehin eine unrealistische Vorstellung. Interessanter ist die Möglichkeit, einen Moment der Irritation einzubauen: Warum erscheint mir diese Aufgabe einfach? Warum glaube ich, dass dafür eine Stunde reicht? Warum halte ich diese Erklärung für verständlich? Woher weiß ich eigentlich, was meine Schüler:innen bereits wissen?

Und manchmal beginnt didaktische Reflexion vielleicht mit einem ausgesprochen unscheinbaren Satz:

„Das ist doch ganz einfach.“

Vielleicht ist genau dann der richtige Moment, noch einmal genauer hinzusehen.

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